HANSEATIC NATURE Schiffsbewertung

Expeditionskreuzfahrt HANSEATIC NATURE

HANSEATIC NATURE Expeditionsschiff

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Auf der HANSEATIC NATURE haben wir im August 2021 die schwedische Ostseeküste erkundet. Es war auch für Hapag-Lloyd Cruises eine Premiere, da Pandemie-bedingt Expeditionen in die Arktis nicht möglich gewesen waren. Auf der 15 Tage dauernden Expeditionskreuzfahrt waren wir 112 Passagiere. Damit war die HANSEATIC NATURE nur zu 50% belegt. Die Anzahl der Crew war etwas auf 149 reduziert worden. Das Durchschnittsalter der Gäste betrug 68 Jahre. 
Auf der zwei Jahre alten HANSEATIC NATURE merkte man die langjährige Expeditionserfahrung von Hapag-Lloyd Cruises an vielen sehr durchdachten Details. Sie war in jeder Hinsicht auf den Geschmack von Passagieren aus dem deutschsprachigen Raum abgestimmt.

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In der Mitte von Deck 4 lang das Hanseatrium. Der Raum zog sich über die ganze Schiffsbreite und wurde für Vorträge genutzt. In einer Ecke befand sich außerdem eine Bar. Drei deckenhohe LED-Displays mit filmischen Motiven des jeweiligen Zielgebiets sorgten für eine indirekte Beleuchtung und schienen die Natur ins Schiff zu holen. Im Heck befanden sich ein Bedien- und ein Spezialitätenrestaurant.
Im achterlichen Teil der HANSEATIC NATURE auf Deck 5 lag das Buffetrestaurant mit einem 100 Plätze fassenden Außenbereich. Den Wind abhaltende Glaswände, Heizstrahler und Wolldecken sorgten dafür, dass die Passagiere bei allen Wetterverhältnissen gemütlich im Freien essen konnten. Die Stühle mit Polstern und Teaktische wirkten einladend und gemütlich.
Auf Deck 8 lag im vorderen Bereich die Observation Lounge mit einer Bibliothek und einer Bar, u.a. für Kaffee und Snacks. Der zu den Fenstern hin nach unten abgestufte Boden ermöglichte allen Passagiere eine gute Sicht nach draußen. Im Heck befanden sich der Fitnessbereich und der Spa sowie die Ocean Academy. Letztere hatte neben einer wissenschaftlichen Ausrüstung große Touch Screens, an denen man zu allen Wissensbereichen der Expeditionen Informationen finden konnte.
Das Deck 9 diente als Sonnendeck. Auch hier war das Deck der HANSEATIC NATURE so abgestuft, dass man auch in der „zweiten Reihe“ einen schönen Rundumblick hatte. Der Bereich war durch Glasscheiben gegen den Fahrtwind gut geschützt. Hier wurde Kunststoff-Teak eingesetzt.

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Wir bewohnten eine 22qm große Balkonkabine. Der Balkon maß weitere 5qm. Die Kabine der HANSEATIC NATURE war in jeglicher Hinsicht sehr durchdacht und hatte z.B. eine vertiefte Ablage für das Fernglas, einen beleuchteten Safe inklusive Steckdose. Die Wanderstöcke, der Rucksack und die Rettungswesten ließen sich platzsparend verstauen. In der Minibar standen kostenlos nicht alkoholische Getränke bereit. Eine Nespresso-Kaffeemaschine wartete auf ihren Einsatz, ein Wasserkocher für Tee fehlte hingegen. Viel Platz war in den beleuchteten Kleiderschränken. Das Licht ging dank Bewegungsmeldern beim Betreten der Kabine automatisch an und ließ sich mit einem Generalschalter bequem vom Bett aus ausschalten. Der Balkon verfügte über die Teakmöbel mit Polstern und hatte ebenfalls einen Teakboden. 
Das Bad überzeugte uns mit großzügigen Ablageflächen und üppigem Schrankraum. Eine beheizte Wand sorgte dafür, dass Handtücher schnell trockneten und immer kuschelig warm waren. Hier hätte man auch nasse Regenjacken trocknen können.

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Gastronomie:

Die HANSEATIC NATURE verfügt über ein großes Bedienrestaurant, ein Spezialitätenrestaurant und das Buffet-Restaurant „Lido“ mit einem großen Außenbereich. Die Auswahl war groß und orientierte sich am deutschen Geschmack. Landestypische Spezialitäten und vegane Produkte vermissten wir jedoch. 
Die Auswahl beim Frühstück ließ keine Wünsche offen. Die Aufschnitt- und Käsesorten wechselten täglich. Zusätzlich wurde täglich eine andere asiatische Suppe, z.B. eine Pho und aufwendigere Eierspeisen angeboten. 
Mittags gab es zusätzlich zum Buffet frisch Gegrilltes auf der Heckterrasse. 
Die Desserts waren genauso wie die feinen, kleinen Kuchen, die nachmittags in der Observation Lounge serviert wurden, sehr delikat.

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Service:

Auf einem Hapag-Lloyd-Schiff fühlt man sich immer sehr willkommen und es war ein herrliches Gefühl, wieder „zurück“ zu sein. Auf unsere Kreuzfahrt mit der HANSEATIC NATURE war jedoch ca. die Hälfte der Service-Personals neu an Bord. Auch diesmal wurde man schnell mit seinem Namen angesprochen, aber die mangelnden Sprachkenntnisse und fehlende Finesse trübten den ansonsten sehr guten Eindruck.

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Unterhaltung:

Das Unterhaltungsprogramm lieferte die Natur, die wir auf mehreren Zodiac-Anlandungen kennenlernen durften. Ein weiterer Höhepunkt war z.B. die Stadtrundfahrt durch Stockholm per Zodiac. Drei, überwiegend hochkarätige, Lektoren begleiteten die Kreuzfahrt und die Exkursionen. Auf Seetagen der HANSEATIC NATURE wurden zwei Vorträge pro Tag gehalten, an Tagen mit Landgang beschränkte man sich auf einen (Pre- oder Recap). Regelmäßig standen die Lektoren auch für Gespräche im Science Center zur Verfügung. 
Ein Deck BBQ wurde leider wetterbedingt abgesagt. Zwei Mal gab es Cocktails an Deck, mehrfach abendliche Talk-Runden. Zwei Pianisten sorgten für Hintergrundmusik oder gaben ein Konzert. 
Die Brücke blieb wegen Corona geschlossen, ein Brücken- oder eine Maschinenraum-Führung wurden leider nicht angeboten.

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Sport/Wellness:

Ein 9m-Pool mit Gegenstromanlage, ein Fitness-Center mit kostenlosen Getränken und ein Kursraum warteten auf die Sportler unter den Passagieren. Der Kursraum ließ sich auf der kompletten Länge nach draußen öffnen, so dass man sich wie im Freien fühlte und dennoch vor Wind und Niederschlägen geschützt war. In Abhängigkeit von den Landausflügen wurden zwischen zwei und vier Kursen angeboten.

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Nebenkosten:

Die Getränkepreise auf der HANSEATIC NATURE waren moderat. 0,5l Bier kosteten 3,50 Euro. Eine Flasche Wein war ab 26 Euro zu haben. 0,5l Wasser aus der Karaffe schlugen mit 2 Euro zu Buche.
Die Landausflüge in Schweden waren relativ teuer und lagen zwischen 50 und 150 Euro.

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Dresscode:

Tagsüber war der Dresscode lauf der HANSEATIC NATURE leger. Man sah viel Jeans und Outdoorstiefel. Abends waren im Lido-Restaurant Jeans, aber auch Kleider die Ausnahme. Für das Bedienrestaurant zog man sich abends um. Im Spezialitätenrestaurant trugen die Herren ein Sakko, die Damen ein Kleid oder ein Äquivalent. 

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Tipps/Empfehlungen:

Das Spezialitätenrestaurant der HANSEATIC NATURE war reservierungspflichtig. Eine Reservierung an Bord war ausreichend. Bei einem ausgebuchten Schiff sollte man sich rechtzeitig darum kümmern.

Eine Regenhose sollte man mitbringen, damit man auch bei schlechten Wetterverhältnissen oder Spritzwasser im Zodiac nicht nass wird.

Bei einem kleinen Schiff ist die Wahl der richtigen Kabine besonders wichtig. Ich berate Sie gerne.

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Besonderheiten:

Jeder Passagier erhält am Ende der Kreuzfahrt ein vom Lektor geschriebenes Journal mit Sichtungen, Fotos und Daten.

Die HANSEATIC NATURE verfügt über besonders viele freie Deckflächen. Zwei gläserne Balkone auf dem Pooldeck waren während dieser Kreuzfahrt fast durchgehend ausgefahren und ermöglichten einen schönen Blick auf das unter dem Schiff durchziehende Meer.

Am Bug gab es oberhalb des Arbeitsdecks einen Umlauf, von dem aus die Passagiere einen herrlichen Blick nach vorne und aufs Wasser hatten.