MEIN SCHIFF 3 Schiffsbewertung

kleine Kreuzfahrtschiffe und deutsche Kreuzfahrtschiffe

Wir waren mit der MEIN SCHIFF 3 im Juni 2016 im westlichen Mittelmeer unterwegs. Das Schiff ist perfekt auf den deutschen Geschmack ausgerichtet und überzeugte uns in jeglicher Hinsicht.

Die MEIN SCHIFF 3 war ein großzügiges, sehr sauberes Schiff, das in kühlen Farbtönen gehalten war. Es ging etwas ruhiger und gediegener zu als auf anderen Kreuzfahrtschiffen der Größenordnung, auch wenn das Publikum ähnlich war. Durch ein paar Räumlichkeiten wie dem Klangraum, einem Saal mit Konzert-Akustik, der auch für Lesungen genutzt wurde, und dem maritimem Infocenter wurde dieser Unterschied betont. Ebenfalls ein Unikat der 25m Pool, der v.a. morgens Bahnenschwimmen ermöglichte. Angenehm fiel auf, dass Geschirr an Deck sofort entfernt wurde. Liegen, die zu lange belegt, aber ungenutzt blieben, wurden geräumt.

In einem großen Openair-Kino an Deck wurden abends Filme gezeigt. Tagsüber stand der Bereich für den Ballsport zur Verfügung.

Die Alster-Bar war zu jeder Tageszeit ein begehrter Platz, um etwas zu trinken oder eine Kleinigkeit zu essen, die frische Luft zu genießen oder um vom "Blauen Balkon" aus das glitzernde Meer unter sich vorüberziehen zu sehen.

Ein Wehmutstropfen: der Bereich über der Brücke war nur für Suitengäste zugänglich, d.h. man hatte keinen Blick vom Deck nach vorne. Dafür konnte der Bugbereich begangen werden. Das hohe Schanzkleid ermöglichte allerdings nur hochgewachsenen Passagieren einen Blick aufs Meer.

Wir bewohnten eine Innenkabine auf der MEIN SCHIFF 3, die mit 17 qm genauso groß war wie die Außen- und Balkonkabinen. Alle Kabinen waren in kühlen Farbtönen gehalten und boten reichlichen Stauraum. Die zahlreichen Steckdosen erleichterten dem technikaffinen Kreuzfahrer das Leben. Eine Nespresso-Maschine stand für die Tasse Kaffee zwischendurch bereit. Trotz des All-Inclusive Programms waren die Wasserflaschen in der Kabine hingegen kostenpflichtig, konnten aber an einem Wasserspender auf dem Gang aufgefüllt werden.

Das Badezimmer hatte ausreichend Ablagefläche und eine schöne Duschkabine mit Glastür.

Gastronomie:

Auch die Restaurants waren in kühlen Farben gehalten. Das Gros der Tische hatte vier Plätze, vereinzelt fanden sich Sechser-Tische. Die Terrasse war etwas kleiner als bei AIDA, man konnte jedoch auf die Terrasse der Alsterbar ausweichen und fand in der Regel immer einen Platz. Das Angebot war deutlich kleiner und weniger variantenreich als auf den AIDA-Schiffen, dafür aufwendiger und qualitativ sehr hochwertig. Desserts, Eisbar und Patisserie stachen besonders hervor. Der gesundheitsbewusste Kreuzfahrer freute sich über vier verschiedene Sorten angemachtes Müsli und zwölf unterschiedliche, bereits aufgeschnittene Obstsorten. Des weiteren gab es ein Buffet mit wechselnden Schwerpunkten, wie Erdbeeren mit Eis, Tapas oder französischen Spezialitäten. Thailändische Obst- und Gemüse-Schnitzer dekorierten alle Buffets mit zauberhaften Figuren. Fischlokal Gosch bot zusätzlich in einer Ecke seine Sylter Spezialitäten an.

Zusätzlich gab es drei Restaurants, in denen mediterrane, asiatische und klassische Menüs ohne Aufpreis serviert wurden und die als Hauptrestaurants angesehen wurden.

Für den Hunger zwischendurch erhielt man am Pool Crêpes mit verschiedenen Saucen und Eis.

 

Service:

Der Service war überall unaufdringlich und gut.

Unterhaltung:

Neben dem üblichen Showprogramm wurden auch Lesungen, Kabarett, Konzerte und Kinoabende an Deck angeboten.

Sport/Wellness:

TUI Cruises ist die einzige Reederei, deren Schiffe einem 25m Pool haben. Der Spa-Bereich im Bug hatte den unschlagbaren Vorteil, eine Terrasse unterhalb der Brücke mit Blick nach vorne übers Meer zu haben.

Nebenkosten:

Dadurch, dass die Getränke inklusive sind, entstehen nur für die Landausflüge Nebenkosten. Diese waren durchschnittlich günstiger als auf anderen Schiffen

Dresscode:

Die Kleiderordnung war leger. Abends zog man sich um, so wie man es zu Hause auch machen würde, wenn man ausgeht. Entsprechend viele Varianten sah man dann auch bei den Passagieren.

Tipps/Empfehlungen:

Für den, der Wert darauf legt, lohnt sich die Investition in eine Suite, die den Zugang zur einmaligen X-Lounge oberhalb der Brücke ermöglicht. Die große Terrasse mit gemütlichen Sitzecken und die Lounge, in der auch das Frühstück und Snacks serviert werden, sind ein Highlight.

Besonderheiten:

Laut TUI Cruises hat die Flotte besonders lange Liegezeiten in den Häfen. Das ist für jeden, der ausführliche Landausflüge machen möchte oder Übernacht-Aufenthalte sucht, ein Plus.

Es lohnt sich, langfristig zu buchen und nach Sonderangeboten zu schauen. Dann sind die TUI Cruises Schiffe genauso günstig wie die AIDA-Schiffe zu bekommen.