SCENIC ECLIPSE Schiffsbewertung

Expeditionsschiff Luxuskreuzfahrt

SCENIC ECLIPSE Expeditionskreuzfahrten

Mit der zwei Monate alten SCENIC ECLIPSE waren wir im Oktober 2019 vier Tage in der Karibik unterwegs. Das Schiff war mit 110 Passagieren.zur Hälfte belegt. Der überwiegende Teil der Passagiere kam aus den angelsächsischen Ländern (Australien, USA, England), es waren aber auch Deutsche und Belgier an Bord. Repräsentative Zahlen waren noch nicht erhältlich. Das Durchschnittsalter würden wir auf 65-70 Jahre schätzen. 

Die SCENIC ECLIPSE ist als Luxus-Expeditionsyacht auf den Markt gebracht worden. Sie bietet Privatyacht-Atmosphäre gepaart mit Soft-Expeditionen. Da von den hochwertigen Getränken über die Ausflüge bis zum WLAN alle Leistungen im Preis enthalten sind, fühlten wir uns rundherum verwöhnt und genossen es, uns noch relativ spontan für Landausflüge anmelden zu können. Mit dem kantigem, stylischen Design fühlten wir uns mehr wie in einem Designhotel als wie auf einem Schiff. Moderne Materialen, viele Spiegel, glänzende Oberflächen, ausgeklügelte Beleuchtungssysteme ließen das Meer ein wenig zur Nebensache werden.

Als Weltneuheit führt die SCENIC ECLIPSE für die Passagiere einen Helikopter und ein U-Boot mit sich.

Da die SCENIC ECLIPSE sich über sieben Decks erstreckt, war das Platzangebot entsprechend großzügig. Auf dem untersten Deck befand sich ein klimatisierter "Mud-Room", in dem man sich für die Exkursionen umziehen konnte. Das darüber liegende Theater im Bug hatte bequeme, verstellbare Liegesessel. Daran an schloss sich eine weitläufige Lobby mit einer Bar, die 155 Sorten Whiskey im Sortiment hatte und sich durch ein raffiniertes Lichtkonzept auszeichnete. Im Heck der SCENIC ECLIPSE fanden sich die verschiedenen Feinschmeckerrestaurants. Auf dem Deck über dem Theater befanden sich die Observation-Lounge mit Bibliothek und Kaffeestation, von der aus man einen weiten Blick über das mit Teak ausgelegte und vollständig begehbare Vorschiff hatte. Das Meer war von dort aus allerdings nicht sichtbar. Auf den nächsten Decks befinden sich im Heck das Buffet-Restaurant Yachtclub, in dem sich auch der Indoorpool befindet sowie ein kleiner Außenbereich und die Cafe-Bar Azure, die einen großen Außenbereich mit kleinem Tauchpool hat. Eines der Highlights ist die offene Brücke, auf der man wirklich das Gefühl hatte, willkommen zu sein, zumal eine Sitzecke mit Büchern und Fernrohr zum Verweilen einlud. Auf dem Sonnendeck fanden sich einige wenige Liegen, edle Sitzecken und zwei Whirlpools. Die Größe der Deckflächen, des Theaters und der Observation-Lounge lassen vermuten, dass Scenic davon ausgeht, dass viele Passagiere ihre luxuriösen Suiten nutzen und sich weniger in den öffentlichen Bereichen aufhalten.

Wir bewohnten eine 34qm große Deluxe Verandah Suite, die der Standard-Kabinentyp der SCENIC ECLIPSE  ist. 12 Kabinen der Kategorie Verandah Suite sind 2qm kleiner, alle anderen zum Teil deutlich größer.

Die Kabine ließ sich durch einen Vorhang in einen Schlaf- und einen Sitzbereich unterteilen. Über dem Sofa vermissten wir Leselampen. Dafür gab es aber eine verspiegelte Wand, die als Fernseher diente. Ohne Verdunklung machte es auf Grund der Reflektionen allerdings etwas Mühe, das Programm sehen zu können. Eine Minibar wurde nach eigenen Wünschen bestückt. Eine Kaffeemaschine und Teekocher waren vorhanden.

Das Bett ließ sich elektrisch in jeglich denkbare Position verstellen, so dass man z.B. mit erhöhtem Oberteil im Bett gemütlich hätte frühstücken können. Man merkt, dass das Schiff von einer Frau designt wurde: ein hochwertiger Dyson-Föhn gehörte zum Inventar. Der Safe war geräumig und hervorragend zugänglich, die Kleiderschränke von innen beleuchtet. Wir hätten uns allerdings für die Kleidung noch mehr Stauraum gewünscht.

Auch im Bad dominierten edle Materialien und kantiges Design. Das Waschbecken war elegant, aber nicht sehr praktisch. Stauraum war ausreichend vorhanden.

Auf dem mit Teakdeck ausgelegten Balkon standen zwei gemütliche Stühle mit Polsterauflagen bereit und ein hoher Tisch, der sich als Esstisch anbot.

Gastronomie:

Frühstück und Mittagessen auf der SCENIC ECLIPSE wurden im Yachtclub eingenommen. Frühaufsteher konnten sich im Cafe Azur Snacks bestellen. Das Abendessen wurde in einem der acht Restaurants serviert. Wir hatten die Gelegenheit, abends vier der Restaurants zu besuchen, deren Qualität hervorragend war.

Im Yachtclub empfanden wir das Buffet als etwas zu klein, um eine wirklich große Auswahl zu gewähren. Das Frühstückssortiment war sehr auf den internationalen Geschmack ausgerichtet. Man konnte Eierspeisen und Pancakes in jeglicher Form bestellen, aber das Brotangebot war reduziert, das Obst wurde in Scheiben, aber nicht als Obstsalat serviert. Es gab nur drei Wurst- und drei Käsesorten, die nicht variierten. Auch die Präsentation ließ sich optimieren.

Mittags gab es eine kleine Salatbar, diverse warme Gerichte und eine Station, an der à la minute etwas Landestypisches zubereitet wurde. Der Dessert bestand neben einer Eisbar aus einem ansprechenden Obstsalat und zwei weiteren Nachtischen sowie wieder drei Käsesorten.

Nachmittags konnte man im Café Azur von einem kleinen Buffet zwischen Petit Fours und Sandwiches wählen. Erstere boten aber wenig Abwechslung.

Wir hätten der SCENIC ECLIPSE in diesem Bereich 6 Punkte gegeben. Die für unseren sehr deutschen Geschmack geringe Speiseauswahl im Yachtclub und im Cafe Azure führte allerdings zur Abwertung.

Service:

Der Service in den Spezialitätenrestaurants ließ in nichts zu wünschen übrig. In den beiden Buffetrestaurants gab es hier und da Mitarbeiter, die noch etwas nachgeschult werden müssten. Ich gehe davon aus, dass der Standard in wenigen Monaten einheitlich sehr gut sein wird.

Der Nutzen des Butlers auf der SCENIC ECLIPSE erschloss sich uns mal wieder nicht. Wir hätten erwartet, dass schmutzige Schuhe unaufgefordert geputzt und kaputte Glühbirnen ausgewechselt würden. Mehr optische Präsenz wäre schön gewesen.

Unterhaltung:

Das Unterhaltungsprogramm der SECENIC ECLIPSE bestand im Wesentlichen aus den Landausflügen und den dazu gehörenden Vor- und Nachbesprechungen. Dazu musste man nicht ins Theater gehen sondern konnte sich die Vorträge auf den Bildschirm in der Kabine streamen lassen.

Auf jeder Kreuzfahrt wird zusätzlich ein kostenloses, kulturelles Event angeboten, das in unserem Fall ein Konzert des nationalen Jugendorchesters Belizes war.    

Am Seetag fanden verschiedene Programmpunkte wie Weinproben, Kochveranstaltungen und Spiele statt.

Ansonsten war die Lobby-Bar ein beliebter Treffpunkt, an der man schnell mit anderen Passagieren in Kontakt kam.

Einmalig auf einem Kreuzfahrtschiff bietet die SCENIC ECLIPSE nach entsprechender behördlicher Genehmigung und bei passenden Wetterbedingungen kostenpflichtige Helikopterausflüge für fünf Passagiere gleichzeitig an sowie U-Bootfahrten bis zu einer Tiefe von 300m für maximal sechs Passagiere.

Sport/Wellness:

Die SCENIC ECLIPSE verfügt über einen schicken Spa, bei dem Männer und Frauen in getrennten Räumen verwöhnt wurden.

Fitness-Center und Yoga-Bereich waren räumlich getrennt. Für die Yoga-/Pilates-Stunden wurde eine Anmeldung gewünscht.

An den Strandtagen standen Stand-up Paddleboards und aufblasbare 2er Kajaks bereit.

12 Mountainbikes sollen auf Kreuzfahrten in Europa an Bord sein.

Nebenkosten:

Alle Getränke bis zum Champagner, WLAN, Trinkgelder und die Landausflüge sind inklusive an Bord der SCENIC ECLIPSE.

Nebenkosten fallen nur für den Spa, die Helikopterflüge und die Tauchgänge mit dem U-Boot an.

Dresscode:

Tagsüber war der Dresscode leger, wobei man eher Polo-Hemd als T-Shirt trug. Abends zog man sich um. Bei den Herren sah man teilweise Sakkos, ansonsten Hemden. Die Frauen trugen überwiegend Kleider.

Tipps/Empfehlungen:

Buchen Sie die Spa-Anwendungen zu Beginn der Reise.

Die Restaurants Lumiere und Tapanyaki sind die einzigen reservierungspflichtigen Restaurants. Da v.a. letzteres sehr klein ist, sollten Sie unbedingt rechtzeitig einen Tisch reservieren.

Das U-Boot und der Helikopter der SCENIC ECLIPSE sind beliebt, können aber nur eine eingeschränkte Zahl an Passagieren mitnehmen. Rechtzeitig reservieren bzw. sich schon vor der Reise vormerken lassen!

Besonderheiten:

Einmalig auf einem Kreuzfahrtschiff sind neben Helikopter und U-Boot eine kleine Sitzecke mit Büchern und Fernrohr auf der Brücke der SCENIC ECLIPSE, wo die Passagiere es sich gemütlich machen und den besten Blick genießen können.

Technisch ist das Schiff auf dem allerneuesten Stand. Es gibt z.B. ein automatisches Positionierungssystem, das den Anker in den Polarregionen oder bei Korallenriffen überflüssig macht. Azipods sorgen dafür, dass man keine Motorgeräusche hört oder Vibrationen spürt. 

15qm große Stabilisatoren, die in dieser Größe nur bei doppelt so großen Schiffen zum Einsatz kommen, sorgen während der Fahrt und sogar bei Stillstand für weniger Schiffsbewegungen.

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